Ralf Lange (Chefdirigent)

Ralf Lange, Chefdirigent des Sinfonischen Blasorchesters Hessen, ist seit 2009 als Kapellmeister und Assistent des GMD an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg engagiert.

Ralf Lange wurde in Bad Nauheim, Hessen, geboren. Er studierte an der Musikhochschule Frankfurt am Main zunächst Klavier und bei Prof. Marie-Luise Neunecker Horn, anschließend Dirigieren bei Prof. Bernhard Kontarsky und Jiri Starek. Im Rahmen seiner Ausbildung absolvierte Ralf Lange Meisterkurse bei Hans Graf in Wien, Prof. David Epstein (Boston/USA) und hatte Gelegenheit, bei projektbezogenen Assistenzen mit Dmitrij Kitajenko / hr-Sinfonieorchester Frankfurt am Main und Claudio Abbado / Berliner Philharmoniker zu arbeiten.

Bereits während des Studiums ging Ralf Lange ins Engagement an die Oper Frankfurt am Main und war dort als Solorepetitor und Musikalischer Assistent von GMD Sylvain Cambreling tätig, so z. B. bei Wagners „Ring“-Zyklus, der Fernseh-Produktion von Alban Bergs „Wozzeck“, Richard Strauss’ „Der Rosenkavalier“, Leoš Janáčeks „Jenufa“ und zahlreichen weiteren Produktionen.

Es folgte ein Wechsel an das Theater Dortmund, wo sich Ralf Lange als Kapellmeister in allen Gattungen des Musiktheaters ein breites Repertoire aneignen konnte. So dirigierte er u. a. die Opern Mozarts „Le nozze di Figaro“, „Die Zauberflöte“, „Die Entführung aus dem Serail“, „Don Giovanni“, Bizets „Carmen“, Verdis „Il Trovatore“, „Nabucco“, „La traviata“, „Rigoletto“, Puccinis „La Bohème“, „Turandot“, Tschaikowskys „Eugen Onegin“, Humperdincks „Hänsel und Gretel“. Im Operettenfach dirigierte er etwa „Die Fledermaus“, „Das Land des Lächelns“, Offenbachs „Orpheus in der Unterwelt“, „Die schöne Helena“ sowie Benatzkys „Im weißen Rössl“. Das klassische Ballettrepertoire mit Tschaikowskys „Nussknacker“, „Schwanensee“ und Prokofjews „Cinderella“ und „Romeo und Julia“ wurde ebenfalls von Ralf Lange dort geleitet.

2006 folgte Ralf Lange einer Einladung an das Teatro Real Madrid mit Mozarts „Entführung aus dem Serail“. 2008 arbeitete er an der Oper Leipzig mit Kammersängerin Deborah Polaski an Schönbergs „Erwartung“. Im gleichen Jahr folgte sein Debüt am Nationaltheater Mannheim mit Verdis „La traviata“, Im September und Oktober diesen Jahres dirigierte Ralf Lange erstmals an der Wiener Volksoper und wurde als Gastdirigent nach Portugal eingeladen, wo er Sinfoniekonzerte mit dem Orquestra Nacional do Porto dirigieren wird.

 

 

Walter Ratzek (ehem. künstl. Leiter)

Walter Ratzek wurde 1960 in Offenau (Baden-Württemberg) geboren. Von früher Kindheit an widmete er sich dem Klavier und später auch der Querflöte. Nach seinem Abitur trat er 1979 in Stuttgart beim Heeresmusikkorps 9 in die Bundeswehr ein. Von 1980 bis 1985 studierte er dann Kapellmeister, Dirigieren bei Professor Wolfgang Trommer und Klavier in der Klasse José Luis Prado an der Robert-Schumann-Hochschule für Musik Düsseldorf. Das Kapellmeisterdiplom stand am Ende seiner Studien. Anschließend war er als 2. Musikoffizier beim Gebirgsmusikkorps 8 in Garmisch-Partenkirchen und ab 1987 als stellvertretender Chef des Stabsmusikkorps der Bundeswehr und Leiter des Kammerorchesters eingesetzt. Von 1989 bis 1995 leitete er als Chef das Heeresmusikkorps 2 in Kassel. Anschließend wurde ihm die Leitung des Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr anvertraut. Hier prägte er mit entscheidend den jungen Musikernachwuchs der Militärmusik.

Als Gastdirigent nationaler wie internationaler renommierter Orchester, Leiter von Workshops und diversen Fortbildungsmaßnahmen ist Ratzek in der Szene sowohl als Dirigent als auch Pianist international bekannt. Über 20 CD-Produktionen mit verschiedenen sinfonischen Blasorchestern belegen sein Klangideal, das auf einer lupenreinen Intonation, brillantem Rhythmus, ausgeglichener Balance aufbaut und so exemplarische künstlerische Interpretationen ermöglicht. Seit Oktober 2001 ist ihm die Leitung des Musikkorps der Bundeswehr übertragen.

Prof. Jiri Stárek (Gastdirigent)

Jiri Stárek absolvierte als Schüler von Vaclav Talich und Karel Ancerl das Dirigentenstudium an der Prager Musikakademie. In der Zeit von 1953 bis 1968 war er Dirigent des Radiosinfonieorchesters Prag und zuletzt Chefdirigent des Prager Rundfunkorchesters. Er wirkte zugleich auch mehrere Jahre als Chef des Prager Musiktheaters.

Stárek erhielt Preise des Tschechoslowakischen Rundfunks für die Einstudierung der Rundfunkpremieren der Oper „Die Nase“ (D. Schostakowitsch), „Der Gefangene“ (L. Dallapicola), „Kolumbus“ (W. Egk) und der Sinfonien von K. A. Hartmann.2002 wurde er von der tschechischen Künstlerstiftung „Das Künstlerleben“ für seine langjährige künstlerische Tätigkeit ausgezeichnet. Im Prager Frühling 1968 verließ er seine Heimat, emigrierte in den Westen und machte seine ersten Dirigate und Produktionen zusammen mit dem damaligen Rundfunkorchester des Südwestfunks. Bald begann er eine internationale Karriere, die ihn durch Europa, die USA, nach Australien und Neuseeland sowie in den fernen Osten führte.

Außerdem leitete u. a. das Radio Symphonie Orchester Berlin, die Münchner Philharmoniker, Bamberger Symphoniker, das Oslo Philharmonie Orchester, Nouvel Orchestre Philharmonique de Radio France und das San Francisco Chamber Orchestra. Er machte Rundfunkaufnahmen für fast alle deutschen, mehrere englische und skandinavische Rundfunkanstalten sowie ABC Australia und Radio New Zealand und nahm an vielen internationalen Musikfestivals einschließlich Salzburg, Berlin, Prag und Schleswig-Holstein teil.1976 – 1980 war er Chefdirigent der Sinfonietta RIAS Berlin, 1981 - 1984 künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Norwegischen Symphonieorchesters in Trondheim, 1988 Erster Gastdirigent des ABC West Australian Radio Symphony Orchestra und 1989 – 1993 Generalmusikdirektor des Pfalztheaters Kaiserslautern. In seiner pädagogischen Arbeit war Prof. Stárek eng mit der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt/Main verbunden, an der er lange Jahre Leiter der Dirigentenklasse war. Im Jahr 1990 kehrte Stárek nach 22 Jahren auf das Prager Konzertpodium zurück und leitet seither alle namhaften tschechischen Orchester (Radiosinfonieorchester Prag, Prager Sinfoniker, Staatsphilharmonie Brünn, Janácek Philharmonic Orchestra Ostrau). Die Tschechische Philharmonie hat er in vielen Konzerten, darunter Tourneen zu Internationalen Festivals, geleitet. 1996 - 1999 war Jirí Stárek Chefdirigent an der Staatsoper Prag und seit 2003 ist er Chefdirigent des Karlsbader Sinfonieorchesters.

David L. Gilson (Gastdirigent)

David L. Gilson, geb. 1953 in Southend, England, studierte in London an der Royal Military School of Music, Royal Academy of Music und dem London College of Music Tuba und Kapellmeister. Er ist Träger der Cassells Medaille der Worshipful Company of Musicians, und ist während seine Studienzeit mit Sonderpreisen für Jazz, Harmony und Dirigieren ausgezeichnet worden. Die Arbeit mit verschiedenen Orchestern und die Teilnahme an Meisterkursen, u.a. bei John Fletcher (Philip Jones Brass Ensemble), Pavo Berglund, schlossen sich an sein Studium an. Nach 14 Jahren Dienst als Militärmusiker bei der Königlichen Artillerie, setzte er seine künstlerische Laufbahn in Deutschland fort. Heute ist er als städtischer Musikdirektor und Leiter der Stadtkapelle in Sigmaringen tätig, und hat seit März 2005 die künstlerische Leitung des Stadtorchesters Friedrichshafen übernommen. Regelmäßig wird er als Dozent für tiefes Blech und als Dirigent zu internationalen Kursen und Seminaren eingeladen.

 

Prof. Hans Rückert (Gastdirigent)

Hans Rückert, geboren in Uffenheim (Mittelfranken), studierte zunächst als Vorstudent, später als Vollstudent Orchestermusik an der Staatlichen Hochschule für Musik in Würzburg bei Prof. Walter Daum. Seine Instrumentalfächer waren Bassposaune, Kontrabass und Klavier. Er beendete dieses Studium 1972 mit dem Diplom. Im selben Jahr war er Gewinner des Deutschen Hochschulwettbewerbs.

1972 engagierte ihn der Hessische Rundfunk Frankfurt in sein Radio-Sinfonie-Orchester als Bassposaunist mit Verpflichtung zur Kontrabassposaune. In seiner langen Musikerlaufbahn lernte er das gesamte Sinfonische Repertoire aller Stilepochen der Musik kennen und musizierte unter den namhaftesten Dirigenten unserer Zeit. Aushilfen an verschiedenen Opernhäusern runden seine Berufserfahrung ab.

Mehr als 12 Jahre war er ständiges Mitglied im Bachkollegium Stuttgart unter Helmut Rilling. Bald schon entdeckte er seinen Hang zur Bläserkammermusik und war Gründungsmitglied vom „Frankfurter Blechgläser-Quintett“ und „Cristall-Brass“. Seit der Gründung von „hr-Brass“ ist er Mitglied dieser Gruppe, bestehend aus den Blechbläsern des Radio-Sinfonie-Orchesters des Hessischen Rundfunks, die bei großen nationalen und internationalen Festivals vertreten sind.

Als Blasorchester-Dirigent ist Hans Rückert seit 20 Jahren mit dem Harmonieorchester Viktoria Altenmittlau verbunden. Mit diesem Orchester gewann er bereits mehrere große nationale und internationale Wettbewerbe, so etwa den 2. Platz bei dem Wettbewerb des Deutschen Musikrates.

Schon immer widmete er sich mit Hingabe der Förderung des musikalischen Nachwuchses, etwa als Juror bei „Jugend musiziert“ bis zur Bundesebene, als Dozent und Kursleiter bei Kammermusikförderkursen des Landesmusikrates Hessen, als Präsidiumsmitglied in dem selben und zum Schluss als Landesvorsitzender des Auschusses „Jugend musiziert“ Hessen.

Von 1981 bis 1989 leitete er die Bassposaunenklasse an der Musikhochschule Würzburg. Seit 1989 unterrichtet Hans Rückert an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Mannheim. Die von ihm ausgebildeten Schüler sind u.a. am Bayerischen Rundfunk, am Norddeutschen Rundfunk, in der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf und im Museumsorchester Frankfurt tätig.
Seit 2003 hat er auch einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt.

Harry D. Bath (Gastdirigent)

Harry Donald Bath wurde 1947 in Portsmouth, England geboren. Nach erfolgreichem Studium an der renommierten „Royal Military School of Music, Kneller Hall“ in London mit dem Hauptfach Oboe, kam er als Militärmusiker nach Deutschland, wo er nach Beendigung seiner Militärzeit blieb. Sein Kapellmeisterexamen legte er am Royal College of Music in London ab.

Seit 1974 leitet er die Stadtkapelle Kirchheim unter Teck als Stadtkapellmeister. Im Jahre 1991 wurde Harry D. Bath zum städtischen Musikdirektor ernannt.

Im Jahre 1986 wurde er zum künstlerischen Leiter des Landesblasorchesters Baden-Württemberg ernannt, dem er in 10 Jahren seines Wirkens bis 1996 zu internationalem Ansehen verholfen hat.

Zahlreiche Wettbewerbserfolge auf Landes- Bundes- und internationaler Ebene, sowie die in der Fachwelt anerkannten CD-Aufnahmen haben seinen Ruf als kompetenten und gefragten Dirigenten im Bereich der sinfonischen Blasmusik untermauert.

Prof. Sigismund Seidl (Gastdirigent)

Sigismund Seidl lernte bereits im Kindesalter Flöte. In dem von seinem Vater geleiteten Blasorchester Neumarkt-St. Marein machte er erste Erfahrungen im Zusammenspiel. 1967 rückte er freiwillig zum Jägerbataillon 18 nach Zeltweg ein, von wo er zur Militärmusik Steiermark nach Graz versetzt wurde. Unter den Kapellmeistern Krall und Bodingbauer war er dort vier Jahre lang als Flötist und Klarinettist tätig. In dieser Zeit begann er das Studium an der Grazer Musikhochschule (Flöte bei Prof. Hechtl, Dirigieren bei Prof. Horvat), das er auch nach seinem Ausscheiden aus dem Militärdienst 1971 weiterführte und mit dem Erwerb der Lehrbefähigung abschloss. Anschließend unterrichtete Seidl an der Grazer Landesmusikschule und an der Bundeserziehungsanstalt Liebenau das Fach Querflöte.

Seidl hatte aber das Interesse an der Militärmusik nicht verloren; er legte die Militärkapellmeisterprüfung ab und trat 1977 wieder in den Dienst des Bundesheeres. 1978 übernahm er die Militärmusik Niederösterreich.

1980 wurde er mit der Leitung der Kärntner Militärmusik betraut. Ein besonderes Anliegen ist ihm die Aufführung moderner Originalblasmusik zeitgenössischer Komponisten.

Um sich musikalisch weiterzubilden, studierte er beim Generalmusikdirektor Sergiu Celibidache (Chefdirigenten der Münchner Philharmoniker).

Als Juror bei internationalen Blasorchesterveranstaltungen wie z. B. WMC (Weltmusikconcours) Kerkrade/ Niederlande und als internationaler Gastdirigent ist er auch Blasmusikfunktionär im Weltvorstand (Member of Board) der WASBE (Worid Association for Symphonie Bands and Ensembles).

Seit 1994 ist er deren Präsident für die Sektion Deutschland/Österreich. Ebenso ist er auch im Fachgremium der Dirigenten in der CISM („Confederation International des Societes Musicales“) tätig.

Als Leiter des Dirigentenlehrganges für Blasorchester am Kärntner Landeskonservatorium wurde er 1999 auch zum Vorsitzenden des Musikschulbeirates berufen.

Im Österreichischen Blasmusikverband bekleidet Seidl die Funktion des 1.Bundeskapellmeister Stellvertreters.